Meistersinger von Nürnberg Komische Oper Berlin

Die Meistersinger von Nürnberg
Komische Oper Berlin
Im Repertoire seit 26. September 2010

besuchte Vorstellungen:

  • 08.10.2016
  • 22.10.2016

Richard Wagner an der Komischen Oper Berlin

Opern von Richard Wagner stehen an der Komischen Oper Berlin wahrlich selten auf dem Spielplan. 1981 brachte Harry Kupfer „Die Meistersinger“ auf die Bühne dieses Hauses.
Zur Spielzeit 2010/2012 hat Andreas Homoki nach fast 30 Jahren „Die Meistersinger“ an der Komischen Oper Berlin erneut in Szene gesetzt.

Endlich wieder auf dem Spielplan!

Ich habe diese Inszenierung im Frühjahr 2012 gesehen und war schon damals schlichtweg begeistert. So sehr, dass ich mir 2 Aufführungen in 8 Tagen angesehen habe.

Nun in der Spielzeit 2016/2017 stehen „Die Meistersinger“ endlich wieder auf dem Spielplan. Ich hatte Karten für 2 Termine.

In beiden Vorstellungen hatten wir Plätze im 2ten Rang, Reihe 4. Der Kartenpreis betrug 39,00 EURO. Die Sicht ist wirklich gut. Man konnte den gesamten Bühnenraum einsehen.

Nimmt man seinen Platz ein, sieht man einen leeren Bühnenraum. Von Bühnenbild auch nicht eine Spur. Das Publikum sitzt und tuschelt und wartet darauf, dass der Dirigent erscheint. Dass er bereits seinen Platz eingenommen hat, sehen die Zuschauer nicht.
Dann setzt plötzlich die Musik ein und das Licht im Saal geht aus. Schlagartig hört das Raunen im Zuschauerraum auf. So spiegelt schon der erste Takt das Publikum als tuschelnde Bürger der Stadt wider.

Langsam füllt sich die Bühne mit dem Bühnenbild. Es besteht aus mehreren Gebäuden. Diese sind oft in Bewegung. Sie schließen ein, entlassen, beobachten, bedrohen oder laden ein. Der Trailer nennt das Bühnenbild ein Häuserballet.

Ich bin nach wie vor begeistert von diesen „Meistersingern“. Das klar strukturierte und reduzierte Bühnenbild ist nicht statisch und zeigt, wie man auch mit wenigen Elementen viel bewegen und ausdrücken kann.
Gleichzeitig rücken dadurch das Schauspiel und der Gesang der Akteure noch mehr in den Vordergrund.
Ich habe es selten so eindrücklich erlebt.

„Mein Held“ in dieser Inszenierung ist der Beckmesser. Ich finde ihn witzig und charmant. Ein tragischer Mensch, der blind dem Liebeswahn verfallen ist.  Verkrampft versucht er sein Ziel zu erreichen.
Dass er und Sachs sich mit den letzten Takten der Oper in den Armen liegen zeigt doch deutlich, dass beide Freunde und Meistersinger sind. Beckmesser kehrt in die Realität zurück. Er erkennt an, dass Eva und Stolzing das passende Paar des Abends sind.

Jubel im potemkinschen Kunstdorf:
Die Meistersinger von Nürnberg“ an der Komischen Oper Berlin
…Ungebrochener Jubel in beschwingten Zeitmaßen initiiert auch musikalisch ein Konzept, das alle politisierenden Deutungen dieser Partitur links überholt. ….27.09.2010 - Von Peter P. Pachl

Sollten „Die Meistersinger“ in der kommenden Spielzeit an der Komischen Oper Berlin wieder auf dem Spielplan stehen, werde ich mit Sicherheit wieder zusehen und genießen.

 …Nach stimmlichen Engpässen eines leicht und lyrisch begonnenen ersten Aufzugs, wird Marco Jentzsch als Walther von Stolzing zusehends sicherer und vermag schließlich voll zu überzeugen. Jenseits von Zuschärfungen als jüdischer Außenseiter oder Neutöner in anderen Inszenierungen, ist der Beckmesser von Tom Erik Lie ein stimmlich reich differenzierender, urkomischer Mandolinenvirtuose. Am Ende blickt er, einsam mit Sachs, dem vom Volke triumphierend fort getragenen Stolzing nach. Als Sonderling ist er das elegante Gegenstück zu einem herzerfrischend bodenständigen, aber schlitzohrigen Sachs. Der Isländer Tómas Tómasson verkörpert diesen Nürnberger Tevje, mit Schürze und Kappe, souverän, mit warmem, kräftigen Bariton und optimaler Diktion, – ein rundum überzeugender Sängerdarsteller, und seit Jahren eine der rundesten Leistungen in dieser Partie. Die wandlungsfähige Karoline Gumos als Magdalena (hier auch in der ersten Szene des dritten Aufzuges zugegen), Thomas Eberstein als Sachs’ Lehrling David und Dimitry Ivashchenko als souveräner Pogner bieten gesanglich und darstellerisch überzeugende Rollenprofile….27.09.2010 - Von Peter P. Pachl

 

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