Don Giovanni an der Komische Oper Berlin

Don Giovanni an der Komische Oper Berlin

Im Repertoire seit 30. November 2014
besuchte Vorstellung: 09.03.2017

Grell bunt plakativ!
Die Bühne fast leer!
Die Darsteller “einfarbig markiert”, damit man sie leichter wiedererkennt.

Dies ist bereits die dritte Inszenierung eines Don Giovanni, die ich an der Komischen Oper Berlin gesehen habe.

Die Kupfer-Inszenierung von 1994 empfand ich schon damals als “verstaubt” und finster und das obwohl es meine erste Begegnung mit Don Giovanni war.

Die Konwitschny-Inszenierung von 2003 gefiel mir ausnehmend gut. Was dort mit einfachen Mitteln und der Drehbühne erreicht wurde, war schon fast genial. Besonders Jens Larsen als Leporello hatte es mir angetan.

Die Fritsch-Inszenierung von 2014 steht akutell auf dem Spielplan der Komischen Oper Berlin.

Aber vergleichen sie doch selber. Das Bild (mit Link) führt Sie auf die Seiten der Komischen Oper Berlin und bietet zu den verschiedenen Inszenierungen kurze Einspielungen an.

 

In meinen Augen ist der aktuelle Don Giovanni an der Komische Oper Berlin eine Rückbesinnung auf Ideen, die schon Mozart selber angeregt hat. Komik und Opera Buffa. Spektakel und Unterhaltung ohne moralischen Zeigefinger.

Also Don Giovanni die Bühne betritt, denkt man: “Das ist der Joker aus Batman”, so grell und clownesk ist er geschminkt.
Insgesamt sinde jedem Charakter bestimmte Farben zugeordnet. Don Ottavio in Orange, Donna Elvira in Gelb (wie ein Kanrienvogel), Leporello in Schwarz.

Ja, wir haben viel gelacht bei unserem Opernbesuch. Es ist gar nicht möglich beim ersten Besuch alle Spitzen, Pointen und den ganzen Nonsens zu erfassen.
Dieser Don Giovanni an der Komische Oper Berlin wird sicher noch lange laufen und ich werde mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen in einer der folgenden Spielzeiten noch einmal hinzugehen.

Lachen erwünscht!
Die Komische Oper Berlin macht ihrem Namen bei dieser erfrischend modernen Inszenierung des über 400 Jahren alten Bühnenstoffs alle Ehre: Es darf gelacht werden. Aber wie!
…..
Fritschs junge farbenfrohe Inszenierung ist ein gelungener Versuch, der Oper „Don Giovanni“ wieder ihre Leichtigkeit zurückzugeben. Eindrucksvoll beweist sie, dass die Oper keine angestaubte Kunstform ist, sondern durchaus auch lebendig und innovativ sein kann. Das dreistündige Stück „Don Giovanni“ ist ein Hochgenuss für Augen und Ohren – erfrischend anders und gerade für Opernmuffel mehr als empfehlenswert.Deborah Bischofberger

 

Ein enorm beweglicher Clown
Wer sich schon immer gewundert hat, warum sich Mozarts „Don Giovanni“ ein „Dramma giocoso“, also ein „spaßiges Drama“ nennt – Herbert Fritsch bringt es ihm schon bei.

Es ist nicht so, dass diese Arbeit keinerlei Qualitäten hätte. Sie kommt nahezu ohne Requisiten und Bühnenbild aus, setzt also ganz auf die Darsteller. Das Ensemble der Komischen Oper springt gierig auf Fritschs Spielangebote an – und so ist auf der Bühne jede Menge los. Fritsch erfasst die Figuren nicht psychologisch, sondern sucht Bewegungstypologien. Wenn das gelingt, ist das Ergebnis bestechend.Peter Uehling (in der Berliner Zeitung)
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