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Die Hochzeit des Figaro Komische Oper Berlin

Die Hochzeit des FigaroKomische Oper Berlin

Es bewegt sich was in der Komischen Oper.
Ganz nach dem Motto „Lügen und Betrügen“ inszenierte Barrie Kosky an der Komischen Oper Berlin Mozarts Oper „Die Hochzeit des Figaro“.
Ein buntes Ereignis, dass und eine „jüdische Doppelhochzeit unterm Apfelberg“ beschert.

Im Repertoire seit 23. Januar 2005
besuchte Vorstellung: 16.05.2016

Das war sie nun unsere erste „bewusst erlebte“ Kosky Inszenierung

Eine Aufstellung der Kosten wird es in diesem Beitrag nicht geben. Als Berliner entstehen da auch nicht wirklich zusätzliche Kosten zum Opernbesuch.

Wir hatten Karten zu 29 EURO und saßen im zweiten Rang recht, Reihe 2 Platz 19 und 20.
Man konnte den gesamten Bühnenraum einsehen.

Aha dachte ich. Nun also eine Kammeroper.

Im ersten Akt spielt sich alles in einer „Schrankwand“ ab. Eine halb umgekippte Stehlampe und das war es dann auch schon. Oder ist das der Blick durch ein Fenster in ein Zimmer?

Zum Glück keine kostümlastige Inszenierung. Eher moderne Kleidung.

Befremdlich nur, dass Cherubino zur Marine muss, wobei ihm die Uniform ausnehmend gut steht.

Aber im zweiten Akt dann eine große Schrankwand. Man muss sich ja verstecken können :-).
Endlich einmal wandelt sich die Bühne erkennbar. Zu oft habe ich in den letzten Jahren Bühnenbilder gesehen, die über alles Akte gleich blieben.

Der Hausherr spielt Golf, beschädigt Flamingos. Die Gattin trägt Adidas und Pelzmantel. Er zertrümmert mit Bohrhammer, Akkuschrauber und Golfschläger die Einrichtung, Sie meditiert, lamentiert, intrigiert.

Gespannt war ich auf das Bühnenbild im dritten Akt und ich wurde nicht enttäuscht. Auf der Drehbühne ein Turm (Schloss)? Am Rand der Drehscheibe Schirmlampen mit eng begrenztem Leuchtkreis. Sehr schlicht aber wirklich gut mit genug Platz zum Anschleichen, verstecken, belauschen.

Der vierte Akt beginnt damit, dass sich der Turm hebt und eine Pyramide aus hunderten, wenn nicht gar tausenden Äpfel hinterlässt, die teilweise auseinanderrollt. Sozusagen fällt der Apfel nicht weit vom Stamm.

So gesehen wurde nach der Pause das Bühnenbild karger. Aber ich empfand das nicht störend. Im Gegenteil es erlaubt einen klaren Blick auf das Geschehen und den Gesang.

Für uns war es eine kurzweilige, bunte und spannende Aufführung.
Das Orchester spielte gut (und nie zu laut) und es wurde gut gesungen.

 

 

WUNDEN GIBT ES IMMER WIEDER

…. Nun brennt der spielwütige 37-Jährige aus Down Under bei „Figaros Hochzeit“ wieder ein Feuerwerk der genialen Gags, wohlfeilen Pointen und abgedrehten Kalauer ab, so dass mancher nach den ersten beiden Akten wie betäubt ins Foyer taumelt….
…. Kosky hat den Kern von Da Pontes Libretto genau erfasst und schafft es darum, die amourösen Eskapaden des Grafen Almaviva ohne Reibungsverluste in die Gegenwart zu transportieren..
…Mit dieser umjubelten Premiere ist die Komische Oper einen weiteren Schritt auf ihrem Konsolidierungskurs vorangekommen. Koskys „Figaro“-Spaß dürfte nicht nur regelmäßig für ein ausverkauftes Haus sorgen…Artikel aus dem Tagesspiegel vom 25.01.2005 (Frederik Hanssen)

Wir freuen uns auf den nächsten Besuch in der Komischen Oper.

 

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